Gedenkveranstaltung für Hrant Dink

Er genoss internationales Ansehen, wie z.B. seine Auszeichnung mit dem Henri-Nannen-Preis in Hamburg 2006 zeigt. Er, der stets auf friedliche Weise, mit Klugheit und Solidarität gemeinsam mit allen Demokrat/inn/en für Wahrheit und Recht stritt, war in der Türkei schon lange zur öffentlichen Zielscheibe von Hass und Intoleranz gemacht worden, ehe ihn die Kugel des Mörders traf.

Weil er beharrlich forderte, dass die Verbrechen an den Armeniern in der Türkei endlich aufgearbeitet werden, ist er seit Jahren beschimpft, bedroht und mehrmals inhaftiert worden. Der Paragraph „Beleidigung des Türkentums“, unter dem er – wie viele andere Schriftsteller und Journalisten, u.a. Nobelpreis-träger Orhan Pamuk – wahrheitswidrig angeklagt wurde, erneuerte das Klima der Hetze und bereitete den Boden für seine Ermordung.

Hrant Dink hat keinerlei Anlass für „Beleidigung“ gege-ben – er war ein Vorbild für Respekt und gewaltlose Standhaftigkeit. Er stand für die Hoffnung auf eine demokratische Türkei der Toleranz und der Achtung der Menschenrechte, für Völkerverständigung, Zivilcourage und Erinnerungskultur. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Hrant Dink und verneigen uns vor einem außergewöhnlichen Menschen, der Frieden und Gerechtigkeit liebte - und praktizierte.

Eintritt frei - Veranstalter: Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.
in Zusammenarbeit mit:
Literaturhaus Wuppertal e.V., Else Lasker-Schüler Gesellschaft e.V. und Stiftung für verbannte und verbrannte Dichter / Künstler, Ismail Coban Stiftung, Rex-Theater